Philosophie

Der Kurs „Sexualmedizin“ soll die theoretischen und praktischen Grundlagen einzel- und paarbezogener sexualmedizinischer Behandlung vermitteln. Die facharztspezifische sexualmedizinische Behandlung konzentriert sich nicht nur auf physiologische oder psychische Störungen, sondern berücksichtigt die bei jedem Menschen bestehenden Grundbedürfnisse nach Akzeptanz, Nähe und Vertrauen, die in Beziehungen – und durch die konkrete Körpersprache der Sexualität besonders intensiv in Intimbeziehungen – erfüllbar sind. Sie macht sich dabei neurobiologische und endokrinologische Korrelate von Bindungen zu Nutze, insbesondere deren Stress, Angst und Aggression vermindernde sowie vertrauensbildende Funktion, um Patienten zu ermöglichen, Partnerschaft und Sexualität als gesundheitsfördernde oder -erhaltende Ressource zur Erfüllung der oben genannten Grundbedürfnisse bewusst erfahren und bisherige Beeinträchtigungen vor diesem Hintergrund zuordnen zu können.
Die Kurs-Weiterbildung in Sexualmedizin ist durch theoretische Elemente geprägt und dient konzeptionell schwerpunktmäßig der Vermittlung von kognitiven Kompetenzen. Die Kursinhalte vermitteln das Grundlagenwissen über die menschliche Geschlechtlichkeit sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit, die notwendigen Inhalte und Spezifika der Anamnese und Diagnostik in der Sexualmedizin, die relevanten Krankheitsbilder und Störungen, sowie die Grundlagen und Theorie der relevanten medikamentösen, somatischen und gesprächsbasierten Behandlungen. Der Kurs soll auch praktische Anteile zur Vermittlung von Handlungskompetenzen, z. B. in Form von Eigenübungen oder Rollenspielen, beinhalten.
Die Kursweiterbildung findet an Wochenenden statt und kann zeitlich parallel zur praktischen Berufsausführung absolviert werden.

Ziel des Kurses „Sexualmedizin“ ist es, die teilnehmende ärztliche Fachperson zu befähigen:

Patienten mit Blick auf ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit zu beraten,

die Arzt-Patientenbeziehung so zu gestalten, dass Patienten eine offene, kompetente, aber auch achtsame Kommunikation über Fragen der menschlichen Sexualität und der menschlichen Geschlechtlichkeit möglich wird,

grundlegende bio-psycho-soziale Zusammenhänge bezogen auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie ihren Störungen erklären zu können,

Gesprächstechniken, insbesondere das Verbalisieren genitalphysiologischer Reaktionen, sexueller Präferenzen und Verhaltensweisen, Erfahrungen und Probleme, anzuwenden,

die Fähigkeit der patientenzentrierten Selbstreflexion für die Beziehungsgestaltung und die Behandlung anzuwenden,

eine ausführliche Sexualanamnese durchzuführen und daraus die weitere Diagnostik und störungsspezifische Behandlung abzuleiten,

die Einbeziehung der jeweiligen Partner der Patienten zu gewährleisten,

auf dieser Grundlage einzel- oder paarbezogene gesprächsbasierte Interventionen selbst durchzuführen, die in besonderer Weise Bezug nehmen auf das sexuelle Erleben und Verhalten, in dem sie damit verknüpfte Schwierigkeiten sowie Einschränkungen der sexuellen und partnerschaftlichen Beziehungszufriedenheit thematisieren, um letztere zu verbessern und zu festigen.

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